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 Kleine Kräuterheilkunde

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Elisabeth

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BeitragThema: Kleine Kräuterheilkunde   Fr 11 Jan 2008 - 0:32

Hallo Leute, ich hab wieder mal ein bisserl rechergiert! clown

Wie immer gilt, konstruktive Kritik ist sehr erwünscht genauso wie Ergänzungen! Very Happy

PFLANZEN ALS MEDIKAMENTTeil1

Der Einsatz von Pflanzen und Pflanzenbestandteilen als Medikament (sg. Phytotherapie) ist beim Fisch natürlich genauso berechtigt wie beim Säugetier. Oft gehören Tannine zu den Inhaltsstoffen. Diese so genannten Gerbstoffe dienen der Pflanze zur Abwehr von Fressfeinden und Pilzen. Die Anwendung von Phytotherapeutika ist beim Fisch als Bad oder über das Futter möglich.
Die Notwendigkeit einer VOR Behandlungsbeginn gestellten sicheren Diagnose um auch eine gezielte Therapie durchführen zu können. Diesen beiden Sätzen stimme ich besonders zu: „Es ist aber zu sagen, dass bei bereits stark geschädigten Fischen diese natürlichen Mittel nicht immer zum Erfolg führen und man mit einer vorhergehenden genauen Diagnose und den DARAUF ABGESTIMMTEN Medikament oft besser bedient ist. Medikamente auf Verdacht oder ungenaue Diagnosen zu verwenden, ist in den meisten Fällen wirkungslos bis kontraproduktiv.“. Idealerweise wird zuerst eine Diagnose gestellt, dann eine Behandlung durchgeführt und abschließend der Erfolg der Behandlung kontrolliert. Nur so kann man dokumentierte Erfahrungen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit bei wenig beschriebenen Therapieansätzen sammeln.
Vor allem muss man sich im Klaren sein, dass die Stärken einer „naturnahen“ Therapie zumeist im Bereich der Prophylaxe (Vorsorge) und der geringgradig krankhaften Veränderungen liegen und weniger in der Behandlung akuter und hochgradiger Krankheitsverläufe. Grundvoraussetzung ist ein ausreichend starkes Immunsystem, das noch mobilisierbar ist.
Unmittelbar im Anschluss an eine durchgeführte Behandlung mit Chemotherapeutika kann durch Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe die Rekonvaleszenzzeit der Fische und die Regenerationszeit des Aquariums unterstützt, stabilisiert und verkürzt werden.

Sehr gut dokumentiert und untersucht ist die Wirkung von so genannten Huminstoffen, die durch die Humifizierung von Chlorophyll im Boden entstehen. Die heute zur Verfügung stehenden unter natürlichen Bedingungen entstandenen Huminstoffe stammen weitgehend aus dem Tertiär und sind daher ca. 60 Mio. Jahre alt und werden in Böden, Torfen und Braunkohlelagerstätten gefunden.
Die bioaktiven Zentren der Huminstoffe stellen die Huminsäuren dar, die bis heute noch nicht als klassische Substanzen im Sinne der Strukturchemie eingeordnet werden können. Sie sind so unterschiedlich, dass nur Näherungsmodelle für ihre chemische Struktur bestehen. Danach sind Huminsäuren dreidimensionale Makromoleküle mit einem zentrale Kern und den verschiedensten peripheren funktionellen Gruppen. Es sind auch chinoide und flavonoide Strukturen vorhanden.
Hier schließt sich der Kreis unseres Ausfluges in die Chemie der Huminsäuren und dem Einsatz von Laub, Birken- und Walnussblättern. Huminsäuren, Gerbstoffe, Flavonoide und Chinoide sind Inhaltsstoffe, die auch aus Laub vieler heimischer Laubbaumarten sowie den Blättern der Birke und Walnuss freigesetzt werden. Die Wirkung der Huminsäuren kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

• schleimhautabdeckende, adstringierende und adsorptive
Wirkung
• antiphlogistische (entzündungshemmend) und
• paramunologische Wirkung (Stimulation der unspezifischen
Immunabwehr)
• antibakterielle und viruzide Wirkung
• Regulation der Darmschleimhaut und der Darmflora (deshalb
unverzichtbarer Bestandteil bei Therapie von Ferkel- und
Kälberdurchfällen)

Aufgrund der natürlicherweise höchst unterschiedlichen Zusammensetzungen verschiedener Huminsäurepräparate ist es besonders wichtig, auf gesicherte Daten zur Verträglichkeit und Wirksamkeit eines standardisierten Produktes zurückgreifen zu können. Dr. Oliver Hochwartner bezieht daher ein Huminsäurepräparat der Firma Weinböhla aus Deutschland, die seit vielen Jahrzehnten den Einsatz ihrer Produkte bei Fischen (Forellen und Karpfen) unter Versuchsbedingungen erforscht. Der Vorteil eines solchen Produktes ist eben die Standardisierung, man weiß genau „was drin ist“ und was das Präparat „kann“.
Daher ist bei Anwendung von selber gesammelten Laub und Blättern eine gewisse Standardisierung der Methode (Verwendung immer der gleichen Art/Unterart, Erntezeitpunkt, Verarbeitung, Dosierung, kontrollierter Therapieerfolg) anzustreben, um eine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse besser gewährleisten zu können.
Sie sollten wegen der Belastung mit Abgasen (Feinstaub) nicht an viel befahrenen Straßen oder in Großstädten gesammelt werden. Außerdem ist wichtig die Blätter möglichst schnell und gründlich zu trocknen, damit es zu keiner Zersetzung oder Verpilzung kommt, die / der Zersetzungsstoffe, den Fischen schaden können.

Hochinteressante kommerzielle Präparate zur Steigerung der unspezifischen Immunabwehr bei Fischen (der Aquakultur) werden aus verschiedenen Meeresalgen hergestellt. Dazu gibt es wissenschaftliche Publikationen. (Die sich sicher bei Dr. Hochwartner nachfragen lassen)

Auch der Einsatz von Propolis bei Fischen wird spätestens seit dem Erwachen des Koi-Fiebers immer wieder in beschrieben. Propolis kann an Fische verfüttert (z.B. zur Steigerung der unspezifischen Immunabwehr) oder lokal (z.B. für Wundverschluss und –Heilung) angewendet werden. Grundsätzlich wirkt die Propolis bakterio- und virostatisch, lokalanästhetisch, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, Wundheilung fördernd, Immunsystem stimulierend, antioxidierend und anderes mehr (Erfahrungen vom Säuger/Mensch).

Seemandelbaumblätter:
Am bekanntesten sind vermutlich Seemandelbaumblätter (Terminalia catappa). Die getrockneten Blätter werden ganz oder in Stücken in kleinen Beuteln ins Aquarium gelegt. 3 bis 4 ganze Blätter für je 100 Liter sind ausreichend. Die Blätter schwimmen einige Zeit, gehen aber von alleine unter, wenn sie sich voll Wasser gesogen haben.
Es werden verschiedene Wirkstoffe (Gerbstoffe etc.) an das Wasser abgegeben. Dadurch kommt es zu einer Braunfärbung. Garnelen, Krebse und Schnecken fressen die Blätter.
Als positive Nebenwirkung werden auch Blaualgen (Cyanobakterien) durch Gerbsäuren deutlich in ihrer Entwicklung gehemmt.
Der Seemandelbaum gehört in die Familie der Combretaceae und ist mit der Weißblütigen oder Schwarzen Mangrove (Lumnitzera racemosa) verwandt. Weil er sehr salztolerant ist, wird er vor allem in Strandnähe angepflanzt. Seine Früchte werden gegessen.

Bananenblätter:
Die Wirkung ist gleich der, der SMBB. Allerdings ist meiner Erfahrung nach der Einsatz bei oberflächigen Wunden wesentlich effektiver und die Heilung erheblich schneller.
Dosierung: Ein Stück ca. 5x20cm präventiv bei Verpaarung oder Aufzucht auch 12l oder zur Behandlung von Paarungs-/Bissverletzungen, Flossenschäden und Schleimhauterkrankungen , gleiche Größe auf 2l Separationsbecken.
Leider habe ich keine Angaben zu Inhaltsstoffen gefunden! Falls jemand hierzu Informationen hat, bin ich dankbar über die Weitergabe!
Man bekommt die Blätter entweder getrocknet über den Aquaristikfachhandel, wenn man Glück hat oder die günstigere Variante, frisch im Asiashop. Diese müssen dann möglichst schnell und sorgfältig getrocknet werden um eine Verpilzung zu vermeiden.

Buchenlaub:
Gute Erfahrungen wurden mit Buchenblättern gemacht. Sie enthalten Tannine und wirken bakterizid. Humuserde aus Buchenlaub wird von Cryptocorynenfreunden als Substrat für empfindliche Arten verwendet.
Die Blätter senken den pH-Wert nur sehr geringfügig und auch nur dann, wenn keine Karbonathärte nachweisbar ist. Sie werden auch gerne von Garnelen als Zusatzfutter angenommen. Sie wirken sich positiv auf die Häutung aus. Vermutlich steht das mit dem hohen Gehalt an Calcium zusammen, das die Tiere zum Aushärten ihres Panzers benötigen.

Eichenlaub:
Eichenblätter (Quercus robur und Q. petraea) enthalten mehr Tannin (Eichengerbsäure) als Buchenlaub und haben die gleiche Wirkung. Weitere Wirkstoffe sind Ellagsäure, Gallussäure, Phlobaphen (Eichenrot), Querzin, Quercit, Zucker (Lävulin), Pectine und Stärke.
In der volkstümlichen Humanmedizin wurden früher Abkochungen oder Aufgüsse der Rinde zur inneren Anwendung bei Durchfällen und bei Problemen mit den Unterleibsorganen. Äußerlich wurden sie zur Behandlung von chronischen Ausschlägen genutzt. Die gerösteten Eicheln wurden Kindern zur Bekämpfung von Durchfällen gegeben.
Im Aquarium werden für die Behandlung von Hauterkrankungen und zur Prophylaxe fünf bis acht Blätter auf je 100 Liter Wasser gegeben.
Zur Senkung des ph-Wertes im Aquarium, wird Eichenextrakt aus Eichenrinde im Handel angeboten.

Walnußlaub:
Ebenfalls geeignet sind Walnussblätter(Juglans regia). Sie wirken desinfizierend und fungizid. Zu den Wirkstoffen gehören neben Gerbstoffen auch ätherische Öle, Bitterstoffe und Alkoloide. In der volkstümlichen Medizin wurde ein Sud aus den Blättern zur inneren Anwendung bei verschiedenen Hautkrankheiten (Akne, Dermatitis herpetiformis und anderen) verwandt. Der Saft aus den grünen Schalen der Nüsse eignet sich zum Braun- bis Schwarzfärben von Haaren.
Im Aquarium können sie bei Schleimhautreizungen, leichten Verletzungen und vorbeugend gegen Laichverpilzung und Flossenfäule eingesetzt werden. Die Blätter werden grün geerntet und getrocknet. Je nach Größe reichen fünf bis acht Blätter für jeweils 100 Liter Wasser. Die Blätter werden im Ganzen ins Aquarium gegeben und je nach Zerfallgeschwindigkeit eine oder zwei Wochen im Wasser belassen.
Sollten dann aber entfernt werden.


Zuletzt von am Fr 11 Jan 2008 - 14:16 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Elisabeth

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BeitragThema: Re: Kleine Kräuterheilkunde   Fr 11 Jan 2008 - 0:32

Teil 2

Birkenlaub:
Birkenblätter(Betula pendula) enthalten Flavonglycoside (Hyperosid und Myricetindigalactosid), Saponine, ätherische Öle, Harz,Methylsalicilat und Gerbstoffe. In der Humanmedizin wurde ein Aufguss aus Birkenblätter als wassertreibendes Mittel bei Nierenerkrankungen verwendet. Im Aquarium fördern die Blätter die Heilung von Geschwüren. Außerdem soll der Ausbruch von Fischtuberkulose verhindert werden in dem der Erreger eingekapselt wird. Das entspricht aber keinesfalls einer Heilung, sondern verschleiert nur, dass die Fische krank sind. Zur Behandlung werden ca. 20 Blätter auf 100 Liter Wasser gegeben. Nach etwa einer Woche soll eine sichtbare Verbesserung auftreten.

Erlenzäpfchen/ -laub:
Dosierung: hängt vom Zustand der Zapfen ab: frisch gepflückte im Herbst (nach 1. Frost) wirken stärker (färben aber auch stärker) als länger dem Regen ausgesetzte oder vom Boden aufgesammelte. Im Allgemeinen ca. 5 bis 10 Zapfen pro 100l direkt in das Becken geben, diese schwimmen noch kurze Zeit (wenige Minuten) und gehen dann unter, vorhergehendes Auskochen ist hier nicht empfehlenswert, da dadurch die Wirkung stark reduziert wird.
Die Zapfen können im Aquarium verbleiben, werden von Welsen, Garnelen gerne abgeweidet und zerfallen nach einigen Wochen/Monaten.
Die Zapfen zerfallen im Wasser zu kleinen schwarzen Krümeln, die nicht sonderlich attraktiv aussehen. Es empfiehlt sich daher sie in einem Beutel ins Aquarium zu hängen oder in das Filtergehäuse zu geben.
Gewinnung: Erlen wachsen entlang von Flüssen und Bächen in ganz Mitteleuropa. Die häufigste ist die Schwarzerle. Die Zapfen können ganzjährig gesammelt werden, wichtig ist nur, dass man keine grünen Zapfen verwendet, sondern alte braune. Im Herbst sollte man den ersten Nachtfrost abwarten, da die frischen Zäpfchen dann ihre Samen verlieren.
Achtung: färbt Wasser sehr stark braun (Schwarzteefarben), bei Überdosierung einige Zäpfchen entfernen und Wasser wechseln (50%), kenne keine negative Wirkung der Überdosierung auf Fische (evtl. sinkende KH, pH) und neben der Optik leiden u.U. auch die Pflanzen da sie weniger Licht bekommen. Manche Fische (Salmler aus Schwarzwasserflüssen wie dem Rio Negro) lieben es in einer "braunen Suppe" herum zu schwimmen und sind prächtiger gefärbt.
Ein aus derLiteratur bekannte Einsatz von Laub in der Aquakultur findet bei Edelkrebszuchten statt: ein altbewährtes Mittel gegen die Brandfleckenkrankheit (Befall mit Fadenpilzen) der Krebse in Besatzzuchtanlagen ist die Vorlage von altem Erlenlaub (z.B. in Johannes Hager, Edelkrebse, Stocker Verlag).
In der Volksmedizin wurden früher Aufgüsse und Abkochungen der Erlenblätter gegen Geschwüre, Beulen und Wunden verwendet. Die Rinde und die Zapfen wurden Abgekocht und gegen Hals- und Mandelentzündung eingesetzt.
Wegen des hohen Tanningehaltes wurden die Rinde, Früchte und Blätter früher zum Gerben (daher der Begriff Gerbsäure) und Färben von Leder verwendet.
Die Erlenzapfen werden im Herbst braun und getrocknet direkt vom Baum geerntet, bevor die ersten starken Regenfälle Teile der Wirkstoffe auswaschen können. Die trocknen Zapfen lassen sich an einem luftigen Ort gut lagern. Nicht in Plastiktüten aufheben, weil sich Kondenswasser bilden kann.

Knoblauch:
Als Futterzusatz (vor allem für Diskus) ist seit längerem Knoblauch (Allium sativum) im Einsatz. Einer der Inhaltstoffe, das Allicin, hat antimikrobielle Wirkung. Leider ist es auch der Hauptträger des Geruchs. Weitere Inhaltstoffe sind vor allem ätherische Öle, Thioglycoside, Vitamine (A, B, C), Enzyme, Polysacharide (20%) und Cholin. Die Inhaltstoffe regen die Darmtätigkeit an.
Als Zusatz zum Fischfutter wirkt Knoblauch unterstützend bei der Behandlung von Wurmbefall. Sowohl Bandwürmer im Darm als auch Kiemenwürmer lösen sich vom Fisch. Es gibt verschiedene Rezepte für eigene Futtermischungen, denen 1 oder zwei Knoblauchzehen auf 500 g zugesetzt werden können. (Rezepte zum Beispiel unter: http://www.africanfish.webrel.info/htm/rat_fb.php). Eine Überdosierung kann im schlimmsten Fall zu Nierenschäden führen.
Knoblauch kann auch zur Bekämpfung von Planarien eingesetzt werden. Dabei wird der gepresste Knoblauch am Beckenrand entlang in den Bodengrund gedrückt. Die Planarien verenden bzw. klettern die Scheiben hoch und können abgesammelt werden. Nachteil ist allerdings die Geruchsbelastung! Und dabei immer die Wasserwerte unter Kontrolle halten, damit es nicht zu Problemen durch verendete Planarien kommt.

Schwarzer/ Grüner Tee:
Schwarzer oder Grüner Tee (Camellia siniensis) enthält Coffein (2,5 bis 4,5 %), Theophyllin, Theobromin, Adenin, Xanthin, Cazechine, Depside, Flavonglycoside, Triterpensaponine, ätherische Öle mit mehr als 100 flüchtigen Substanzen und bis zu 3 % Gerbsäure. Er wirkt adstringierend und kann vor allem gegen Laichverpilzung eingesetzt werden.
Es ist aber nachgewiesen, dass die ebenfalls im Tee enthaltenen Saponine tödlich für Apfelschnecken sind. Darum wird Tee zur Bekämpfung von Apfelschnecken in Reisfeldern eingesetzt. Es ist also möglich, dass nach einer Behandlung mit Schwarztee auch einige oder alle Schnecken sterben. Bei großen Schneckenmengen, kann es zu Fäulnis kommen!
Es wird empfohlen erst den zweiten bis vierten Aufguss aus den Teeblättern ins Aquarium zu gießen. Die Teeblätter, die bereits einmal zur Zubereitung verwendet wurden werden wiederholt überbrüht und sollten dann lange durchziehen. So hat man wenig Koffein (das ist im ersten Aufguss) und viele Gerbstoffe.
Wirkung: Bei akuten Krankheitsfällen mit bereits sichtbaren Krankheitsanzeichen (Pilze, Entzündungen, Schleimhautprobleme, Flossenfäule...)
Dosierung und Zubereitung: Tee kochen. Ab dem 4. Aufguss gibt man pro 100l Wasser 4l Tee ins Aq. (Ist nur Notfall-Dosierung!! - Nicht Standard!). 2 Wochen lang jeden zweiten Tag 25% bis 30% des Aq- Wassers wechseln (wegen Nitrit) jeweils mit erneuter Tee-Zugabe. Dabei immer wieder nachdosieren (pro 100 Liter Frischwasser wie gehabt 4l Tee).
Nach 2 Wochen kann die Dosierung allmählich wieder auf "normal" umgestellt werden (1l Tee / 100l Aq- Wasser).
Es empfiehlt sich solche Behandlungen nicht im Hälterungsbecken durchzuführen, sondern den Befallenen Fisch in ein kleineres Becken umzusiedeln. Die Behandlungsdauer sollte bei so extremen Dosen 24 Stunden nicht überschreiten um Schleimhaut und Kiemen nicht zu sehr zu reizen.

Zimt:
Zimt wirkt antibakteriell und fungizid und kann bei Hautproblemen, Flossenfäule und Laich- /verpilzung eingesetzt werden. Wegen einer möglichen Belastung mit Rückständen aus Pflanzenschutzmitteln empfiehlt es sich Zimtstangen aus dem Refomhaus zu nehmen. Zimtstangen:
Dosierung: auf 100 Lit. 1 - 2 Zimtstangen (aus dem Reformhaus), für eine Woche im Becken lassen, dann ENTFERNEN!!
oder als Sud:
Dabei gibt man 1 Stange Zimt (kein Pulver) in einen Liter siedendes (nicht kochendes) Wasser, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen, dann in ein luftdichtes Gefäß umfüllen. Den Erkrankten Fisch in ein kleines (10 bis 20l) Behandlungsbecken (kann auch ein Kübel oder ähnliches sein) geben, auf gute Durchlüftung achten und den Zimtsud schluckweise (oder über kleinen Luftschlauch) eingeben. Den Fisch immer gut beobachten und falls er zu schwanken beginnt sofort umsetzen. Wenn der Fisch es gut verträgt den Fisch 10 Minuten in der Flüssigkeit lassen und dann langsam wieder umsetzen. Im Anschluss evtl. mit einer Zimtstange direkt im Becken nachbehandeln.

Schwarztorf:
Schwarztorfgranulat hat eine Langzeitwirkung zur Wasserenthärtung und eine vorbeugende Wirkung gegen Algen, Bakterien und Pilze.
Die Wirkstoffe (u.a.Huminsäuren) werden schonend im Wasser freigesetzt und der pH-Wert gesenkt.
Sehr gut geeignet ist reiner unbelasteter Norddeutscher Schwarztorf, in Deutschland verarbeitet (1 l ~ 420 - 450 g). Dosierung: 1 l Schwarztorfgranulat genügt für 800 - 1000 l Wasser, abhängig vom pH-Wert und der Karbonathärte des Ausgangswassers. Das Schwarztorfgranulat sollte dann etwa alle 8 bis 12 Wochen gewechselt werden. Nach dem Einsatz im Aquarium kann das Granulat zum Kompostieren benutzt oder im Bioabfall entsorgt werden.


Zusätzlich werden eine Reihe anderer Pflanzen für leichtere Krankheiten, Verletzungen oder prophylaktische Behandlungen verwendet. Dazu gehört auch
weitere Laubarten wie Ahorn, Apfel, Birne, Esskastanie, Hainbuche, Haselnuss, Kastanie, Kirsche, Pappel, Pflaume, Ulme und Weide, oder Kräuter wie Kamillen, auf die hier aber nicht näher eingegangen wird.
Es gibt auch einige Aquarienpflanzen, die in der Humanmedizin Verwendung finden. Beispielsweise werden die Samen von Hygrophila auriculata in der indischen Medizin zur Stärkung der Leberfunktion eingesetzt. Extrakte von Hygrophila erecta haben Einfluss auf die Entwicklung von Neuronen (Nervenzellen). Das Kleine Fettblatt (Bacopa monnieri) ist in Indien unter dem Populärnamen "Brahmi" bekannt und wird "memory vitaliser" verwendet. Das entspricht unserer Verwendung von Knoblauch-Dragees zr Steigerung der Gedächtnisleistung. Extrakte von Hygrophila scricta zeigen ein breites Spektrum an antibakterieller Aktivität. Bei Hygrophila guianensis wurde sogar eine gute Wirkung gegen Protozoen nachgewiesen, die an einem Malariaerreger getestet wurde. Auch Limnophila sessiliflora soll bakterizide Stoffe ans Wasser abgeben. Ebenso Myriophyllum sp. und Stratiotes aloides. In wie weit die ganze, unbeschädigte Pflanze im Aquarium die Keimzahl senken kann ist nicht wirklich gut untersucht. Ganz ohne Wirkung sind die Pflanzen aber vermutlich nicht.

Quellen:
http://www.zierfischforum.at/im-gespraech-dr-oliver-hochwartner-veterinaer-t4120.html

http://www.heimbiotop.de/natuerlichewirkstoffe.html

http://www.wasserpflanzen.info/naturprodukte.php


Hier das Ganze zum Downloaden als Worddoc:
Kleine Kräuterheilkunde für den Fisch
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Ingo

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BeitragThema: Re: Kleine Kräuterheilkunde   Fr 11 Jan 2008 - 21:35

Hi Eli, klasse Bericht ist interessant vorallem das Propolis auch Verwendung finden kann, ich probiere das mal aus das interessiert mich besonders, da ich ja an der Quelle sizte Cool...
Zum anderen hast Du meiner Meinung das wichtigste im ersten Teil geschrieben
Zitat :
Die Notwendigkeit einer VOR Behandlungsbeginn gestellten sicheren Diagnose um auch eine gezielte Therapie durchführen zu können.----Idealerweise wird zuerst eine Diagnose gestellt,
dann eine Behandlung durchgeführt und abschließend der Erfolg der
Behandlung kontrolliert.
Die Diagnose genau wie gezielte Symtome kommt mir immer wieder etwas zu kurz bei vielen Beiträgen und Fragen nach Krankheiten und deren Behandlung...
Ich finde das Super was Du da zusammengetragen hast lol!

LG
Ingo
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BeitragThema: Langzeiterfahrungen?   Fr 11 Jan 2008 - 22:15

Ich möchte mich Ingo´s Lob ausdrücklich anschließen und bedanke mich bei Dir, Elisabeth, für die viele Arbeit!
Wie erwünscht kann ich ergänzend folgenden Link ( http://www.igl-home.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2766 ) beitragen, der u.a. die Problematik der Langzeiterfahrungen mit diversen Mitteln hinterfragt.
Ich bin wie immer sehr skeptisch Dingen gegenüber, die nicht oder nur schwer belegbar sind, vor allem, wenn es um Tiergesundheit geht. Ich kann mir bei meinen Arten, die meist nur in geringen Individuenzahlen vertreten sind, leider keine Experimente leisten.
Besonders begrüßenswert wäre es deshalb Erkentnisse zu protokolieren und bei einer ausreichend großen Stichprobengröße auszuwerten.

Liebe Grüße,
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